Alle in der Geschichte vorkommenden Personen und Orte sind frei erfunden; Aehnlichkeiten mit der Realitaet sind rein zufaellig. Trotzdem ist die Geschichte nicht ganz frei erfunden, denn es ist erkennbar, dass persoenliche Erfahrungen und Erlebnisse des Erzaehlers in die Geschichte einflossen.


Der Erzaehler auf der Suche nach >Inspiring Thailand<. Ist es ueberhaupt moeglich dieses >Inspiring Thailand zu finden? Dieser Frage geht der Erzaehler nach, in der Hoffnung, dass schier Unmoegliche, moeglich zu machen. Durch die Begegnungen mit den Menschen, welche er nie so richtig wahrgenommen hat, die mit ihren Erzaehlungen des Erlebten und Erfahren einen Teil seines Lebens beeinflussten, kommt er zur Ueberzeugung:
So wie ein Fotograf, mit einem Schnappschuss den Moment des Seins aufnimmt, dem Foto dadurch eine Seele und mystische Geschichte verleiht, die in den Augen des Betrachters die Aussagekraft, Darstellung, Bedeutung, und unterschiedliche Interpretation der gesehenen Wahrheit zur Spekulation verleitet, so ist dieser Moment des Erlebens, der Bewussten oder Unbewussten Wahrnehmung im taeglichen Leben, dem Schnappschuss gleich.




Loykrathong - Eine kleine Geschichte

Phanat Nikhom eine Stadt von vielen, 30 km von der Provinzhauptstadt Chonburi entfernt. Einigen wird diese Stadt bekannt sein, den die Hauptstrasse fuehrt nach Chachoengsao.

Und doch uebt diese Stadt einen besonderen Reiz aus. Man spuert das die Menschen hier versuchen, ihre Stadt zu einem Zentrum Weltoffener Anschauung zu machen. Die junge Generation verdient den Lebensunterhalt in den hier vielen angesiedelten Japanische, Koreanische und Taiwanesische Firmen. Das sie nicht mit den aelteren Leuten wohnen hat den Grund, das die Firmen kleine Einraumwohnungen kostenlos zur verfuegung stellt. Ein Hauch von Nostalgie kommt einen entgegen wenn mann die Hauptstrasse verlaesst und die Peripherie dieser Stadt erkundigt. Viele kleiner Holzhaeuser.
Bananenstraeucher die dicht bis zu diesen Haeusern wachsen und fuer die Fenster als natuerlichen Vorhang dienen. Einigen Kokusnuss Baeumen ueberragen die Haeuser. Nur aeltere Leuten leben in diesen Haeusern. Diese kleinen Ansiedlungen wirk wie ein Geisterdorf inmitten Phanat Nikhom. In den beiden Tempel ist die Schule untergebracht. Die meisten Bewohner dieser Laendlichen gegend sind sehr arm.

Durch einer meine Erkundigungen, ich moechte ja wissen was sich in meiner naeheren Umgebung so abspielt, kam ich durch Zufall in diese Stadt. Fuer mich war es ein wenig verwunderlich, da ich keine oder nur sehr wenige Kinder auf den Strassen spielen sah. Das war aussergewoehnlich. So hielt ich an einem kleinen Khao man Gei Laden. Ich setzte mich auf einem Plastikhocker. Eine nervoes wirkende Frau kam zu mir und wusste nicht wa sie sagen sollte. So fragte ich in Thai ob sie mir Khao man Gei zubereiten koenne. Flink war sie an ihrem Wok, wo sie waehrend der Zubereitung lachte.

Wenige Minuten spaeter fragte ich diese Frau, als sie mir mein Essen brachte, wo die Kinder seien? Ja, in der Schule, sagte sie mir. Ich war erstaunt. "Um diese Zeit. Es ist schon weit nach fuenf Uhr Nachmittags". Unsere Kinder sagte sie voller stolz, sind sehr fleissig, sie verbringen ihre Freizeit in der Schule um Hausaufgaben zu machen und auch Privatunterricht zu nehmen. Ihre Tochter sei Lehrerin an dieser Schule.
Diese Frau berichtete mir, ich war sicher ein willkommener Zuhoerer, ueber die Menschen und wie es frueher war. Sie fragte mich woher ich komme, was ich mache und ob ich eine Frau habe. Als ich sagte ich unterrichte, da wurde sie aktiv. Sie verstaute ihre Garkueche im Haus, puderte sich das Gesicht ein und kam zu mir zurueck. Sie lud mich ein die Schule zu besuchen. Sie moechte mich der Tochter vorstellen. So fuhren wir zur Schule.

Auf dem Schulhof spielten Kinder Seilhuepfen. Jungs rannten um die Wette. Hallo toente es zu mir. What is your name? und gekicher. Im Klassenzimmer sassen die Kinder und lernten gerade den Song Loy Krathong in englischer Sprache. Sie sangen voller Begeisterung. Sie kamen ins stottern als sie mich sahen. Die Lehrerin unterbrach ihren Unterricht und laechelte. Sie war die Tochter von der Khao man Gei Verkaeuferin. Sie bat mich einige Worte zu den Kindern zu sprechen. Was ich auch tat. Die Kinder bemuehten sich mich zu verstehen und auf meine Fragen auch richtig zu Antworten. Die Lehrerin Khun Daeng hatte auch ihre Freude. Sie war zu recht Stolz auf ihre Schuetzlinge denen sie Englisch beibrachte.
Auch hier kam die Bescheidenheit zum vorschein. Khun Daeng entschuldigte sich, das ihr Englisch nicht gut sei. Die Schulleitung hatte die Person ausgesucht, die Englisch sprechen konnte. So war sie Englischlehrerin an dieser Schule geworden.
Sie sagte das sie versuche den Kindern nach besten Wissen und Gewissen zu Unterrichten. Die Kinder fragten was ich Loy Krathong machen wuerde. Sie moechten mir zeigen wo der schoenste Platz sei um die Krathongs ins Wasser zu setzten. Ich sagte das ich gerne am Wochenende kommen wuerde damit sie mir erst mal zeigen wie so ein Krathong gemacht wird. Mit einem Jubelschrei wurde meine Entscheidung aufgenommen.

Khun Daeng sprach ueber das Schulsystem, das dies sicher nicht nach Europaeischen Standard sei und die Schulleitung dies auch wisse. Doch sie setzte nun viel auf das neue Projekt, das Farangs an Schulen Englisch unterrichten sollen und duerfen. Sie fragte mich ob ich nicht als Gastlehrer zur verfuegung stehen koennte. Mit bedauern musste ich ablehnen. Ich versprach zweimal die Woche zu kommen um sie ein wenig zu unterstuetzen. Ihr Englisch war recht gut. Sie lud mich ins Lehrerzimmer zu einem Kaffee ein. Wir sprachen ueber Thailand und die Kinder. Wie die Kinder versuchen eine gute Schulnote zu bekommen, denn sie moechten alle ihre Familie unterstuetzen. Ich verabschiedete mich mit dem Versprechen am Samstag Vormittag zu kommen. Die Mutter von Khun Daeng war zwischenzeitlich schon weg.

Samstag Vormittag, der Headmaster der Schule, der mich am Schulhof erwartete und sich freudig bedankte das ich kam, begleitete mich ins Klassenzimmer. Fuer mich war es genauso aufregent wie fuer die warteten Kinder im Klassenzimmer. Sie waren sichtlich nervoes. "Good morning teacher' schrien sie mir entgegen. Ich sagte auch guten morgen. Dann lies ich sie niedersetzen, den sie warteten darauf. Haette ich nichts gesagt, waeren sie stehen geblieben. Ich sagte das sie mich Michael nennen duerfen. Nach einer kleinen Aufwaermrunde, der Headmaster hat das Klassenzimmer verlassen, kamen wir zum Thema >Loy Krathong<.
Die Kinder hatten alle Bananenblaetter mitgebracht. Nun zeigten sie mir mit geschickten Fingern, wie die kleine Bootsaehnlichen Krathongs gemacht werden. Sie flochten um die Wette. Ich musste natuerlich auch meine Fingerfertigkeit beweisen. Mein Krathong hat nie die naesse des Wassers gespuert. Sie erklaerten mir das da nun Moos, eine Blume, eine Kerze und ein Bahtstueck reinkomme. Ich fragte was das auf sich habe, Blume, Kerze, Geld. Da wurde hin und her geredet. Sie sprachen durcheinander, denn jeder wollte mir es erklaeren.

Also die Blume ist fuer die Mutter des Flusses, es ist wie ein Danke schoen am Muttertag und ein Geschenk damit sie Freude hat. Das Kerzenlicht soll dem Krathong, damit dieser nicht den Weg zur Mutter des Flusses verliert, den Weg weisen und das Geld, da wurde gekichert, ist fuer die Kinder die das Krathong am naechsten Tag aus dem Wasser fischen. Es sei eine art Tambon. Es sind jedoch nur ein Bahtstueck darin, manchmal jedoch auch ein 5 Baht Stueck.

Gig, eines der Schueler versprach mir ein Krathong zu machen, als sie sah, das ich mit meinen Krathong nicht zufrieden war. Dann sangen die Kinder Loy Krathong und ich musste mit meiner Stimme die mehr zum Rindfleisch essen taugt, mitsingen. Ich ging noch am Sonntag und Montag in die Schule, den die Vorbereitung fuer das Loy Krathong welches am Dienstag stattfinden sollte, war voll im Gange. Dienstag vier Uhr Nachmittags machte ich mich auf den Weg. Der Treffpunkt war auf dem Schulhof vereinbart worden.
Die Kinder warteten schon auf mich. Gig kam zu mir um mir das selbstgemachte Krathong zu geben. Es war wirklich wunderschoen. Zwei gelbe Kerzen, umgeben von zart rosa kleinen Blumen, wurden mit Zahnstochern festgehalten. Ein Papierherz mit der Notiz darauf, >Fuer die Mutter des Flusses von Michael< kroente mein Krathong. Khun Daeng rief nun alle Schueler zusammen. Diese stellten sich hintereinander in zweierreihe auf. Khun Daeng und die anderen Lehrer stimmten das Lied >Loy Krathong< an und wir sangen alle mit.

Nun marschierten wir zum Nahegelegen Tempel. Es waren sicher mehr als 1,5 km die wir marschierten. Wenn das Lied zu Ende war, wurde es neu angestimmt. So kamen wir singend und auch lachend zur kleinen Bruecke die zum Tempel fuehrte. Die Eltern die extra aus der City kamen um mit der Familie dieses Fest zu feiern warteten schon auf uns. Alle hatten ihr Krathong. Ein Zeremoniemeister der alle begruesste indem er ins Mikrofon bruellte, kam auf mich zu. Er begruesste den Farang ganz besonders und er moechte das ich einige Worte sprach.
Ich bedanke mich fuer die Einladung an diesem Fest teilnehmen zu duerfen und das es fuer mich eine besondere Ehre ist, hier mit den Schuelern gemeinsam den Krathong ins Wasser zu geben. Sie klatschten Beifall. Dann nahm Gig meine Hand und fuehrten mich zum Steg, der steil in den Teich dieses Tempels fuehrte. Ich zuendete meine Kerzen an und gab das Krathong ins Wasser.
Ein kleiner Schubs brachte es zum treiben. Ich sprach ein kleines Dankgebet und erhob mich. Ich wartete am Teichrand und schaute den anderen zu, wie sie ihr Krathong ins Wasser setzten. Bald schon war der Tempel teich voll von Glanz und Licht. Anschliessend war im Tempel ein kleiner Imbiss.

Jaehrlich ertrinken Kinder bei dem Versuch Krathongs aus dem Wasser zu nehmen. Gig, die fuer mich den Krathong machte, ist am naechsten Tag leblos im Teich aufgefunden worden.

Diese Geschichte ist in Gedenken an dieses suesses siebenjaehriges Maedchen aus Phanat Nikhom, das unbedingt in die Schweiz wollte um ein Alphorn zu hoeren, das sie einmal im TV. sah und hoerte, geschrieben.






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