
Alle in der Geschichte vorkommenden Personen und Orte sind frei erfunden; Aehnlichkeiten mit der Realitaet sind rein zufaellig. Trotzdem ist die Geschichte nicht ganz frei erfunden, denn es ist erkennbar, dass persoenliche Erfahrungen und Erlebnisse des Erzaehlers in die Geschichte einflossen.
Der Erzaehler auf der Suche nach >Inspiring Thailand<. Ist es ueberhaupt moeglich dieses >Inspiring Thailand zu finden? Dieser Frage geht der Erzaehler nach, in der Hoffnung, dass schier Unmoegliche, moeglich zu machen. Durch die Begegnungen mit den Menschen, welche er nie so richtig wahrgenommen hat, die mit ihren Erzaehlungen des Erlebten und Erfahren einen Teil seines Lebens beeinflussten, kommt er zur Ueberzeugung:
So wie ein Fotograf, mit einem Schnappschuss den Moment des Seins aufnimmt, dem Foto dadurch eine Seele und mystische Geschichte verleiht, die in den Augen des Betrachters die Aussagekraft, Darstellung, Bedeutung, und unterschiedliche Interpretation der gesehenen Wahrheit zur Spekulation verleitet, so ist dieser Moment des Erlebens, der Bewussten oder Unbewussten Wahrnehmung im taeglichen Leben, dem Schnappschuss gleich.
Alles Nudelsuppe - Eine kleine Geschichte
Als ich das erste mal nach Thailand kam waren die Speisen sehr exotisch. Eine Vielfalt wurde von meinen Bekannten, wenn wir Essen gingen, bestellt. Der Tisch war immer reichlich gedeckt. Ich konnte mich Anfangs nicht so recht an die Speisen mit dem Geschmack der Fremden Gewuerzen gewoehnen.
So zog ich es vor in KFC oder in Deutsche Restaurants zu gehen. Doch auch die Speisen in den Deutschen Restaurants waren eher eine Kopie des mir vertrauten Essens. Es schmeckte einfach anders. Ich stieg um. Ich nahm sehr viele Fruechte zu mir und Huehnchen die es an den Garkuechen gab. Mit der Zeit wurde diese Ernaehrung langweilig. Doch ich fand einfach keinen Zugang zu den ?Viel gepriesenen Speisen in Thailand. Die Schaerfe uebertrumpfte den Geschmack der Speise.
Doch mit der Zeit brachten mich die Maedchern die ich kennenlernte auf den Geschmack der Nudelsuppe. Nur dieses gruene Zeugs, Koriander, das den Geschmack eines Insektes hatte (ganz kleine schwarze Kaefer) sagte mir nicht zu. Chilli, Zucker, Essig und Fischsosse konnte ich ja selber dazugeben, so wie es mir beliebte. Ich bat oft mir dieses gruene Zeugs nicht rein zu tun.
Es half einfach nichts. Ich ruehrte dieses gruene Zeugs einfach nicht an, in der Hoffnung irgendwann werden sie es weglassen. Es half nichts. War das gruene Zeugs nicht von der Koechin rein getan, die lieben Maedchen konnte nicht widerstehen, meine Suppe zu verbessern. Sie teilten es mit mir mit einem sanften aber bestimmten laecheln. Der Ausdruck der Augen duldete keinen Widerspruch. Ich ruehrte Lustlos in der Suppe und ass nur die Nudeln und Fleischstuecke.
Das naechste war, das ich mich daran gewoehnen durfte, die Nudelsuppe mit Staebchen zu essen. Zuerst war es sehr befremdend, aber mit der Teilung des Gruenzeugs, bekamen die Essstaebchen einen Sinn und so waren diese Essstaebchen sehr von nutzen. Ich konnte nun alles leichter herausfischen.
Wenn ich mit Muehe und viel Geschick die Nudel zwischen den Essstaebchen geklemmt hatte kam die naechste Herausforderung. Die Nudel oder Nudeln woran ja die Suppe sich Troepfchenweise klammerte, um ja nicht runter zufallen, in den Mund zu bringen ohne das ich einen Latz brauchte, der mein Shirt vor den Fettaeugigen Suppe die mich anstarrte, zu schuetzen.
Ich konnte es wenden wie ich wollte, mein Kinn war jedesmal triffend nass. Das sorgte natuerlich fuer einen Heiterkeitsausbruch. Es wurde mir mit viel Liebe gezeigt wir richtig eine Nudelsuppe mit Staebchen zu essen ist. Ich habe es bis Heute nicht richtig gelernt, eine Nudelsuppe zu essen ohne das mein Kinn mehr Fettaugen hat, als die Suppe in der Schuessel.
Eines habe ich geschafft: Meine Suppe (Ich bin ein Suppentiger) ohne Gruenzeug zu bekommen. Aber die Staebchen fehlen nicht, da die Fleischstueckchen einfach besser schmecken wenn sie zaertlich zwischen den Staebchen gefasst werden um dann mit einem Genuss der allen Kulinarischen Gerichten zueigen ist, in den Mund gefuehrt zu werden (nicht gesteckt) und genuesslich mit vielen Kaubwegungen den Eigengeschmack des Fleisches hervorzubringen. Die Nudel wird mit der selben Sorgfalt behandelt wie das Fleisch.
Die Suppe selbst, wird mit dem Loeffel geschoepft. Der Loeffel sollte nur halbvoll sein, damit die Suppe auf dem Weg von der Schuessel zum Mund ihr Aroma (wie bei einem guten Kognak) entfalten kann. Dieses Aroma fuellte den Mundraum und wird in die Nase eingezogen und es entsteht das Lustgefuehl des Essens, das zum Abendteuer wird.
Ich wuensche euch einen Genussvollen Suppenverzehr. Denkt daran auch eine Suppe verdient es mit Genuss gegessen zu werden. Thailand kann man sehen, spueren, riechen und schmecken. Diese vier Sinne lassen Thailand unwiderstehlich als Hochburg der Kulinarischen Koestlichkeiten erscheinen.
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