Alle in der Geschichte vorkommenden Personen und Orte sind frei erfunden; Aehnlichkeiten mit der Realitaet sind rein zufaellig. Trotzdem ist die Geschichte nicht ganz frei erfunden, denn es ist erkennbar, dass persoenliche Erfahrungen und Erlebnisse des Erzaehlers in die Geschichte einflossen.


Der Erzaehler auf der Suche nach >Inspiring Thailand<. Ist es ueberhaupt moeglich dieses >Inspiring Thailand zu finden? Dieser Frage geht der Erzaehler nach, in der Hoffnung, dass schier Unmoegliche, moeglich zu machen. Durch die Begegnungen mit den Menschen, welche er nie so richtig wahrgenommen hat, die mit ihren Erzaehlungen des Erlebten und Erfahren einen Teil seines Lebens beeinflussten, kommt er zur Ueberzeugung:
So wie ein Fotograf, mit einem Schnappschuss den Moment des Seins aufnimmt, dem Foto dadurch eine Seele und mystische Geschichte verleiht, die in den Augen des Betrachters die Aussagekraft, Darstellung, Bedeutung, und unterschiedliche Interpretation der gesehenen Wahrheit zur Spekulation verleitet, so ist dieser Moment des Erlebens, der Bewussten oder Unbewussten Wahrnehmung im taeglichen Leben, dem Schnappschuss gleich.




Das Stille Oertchen - Eine kleine Geschichte

Bislang war ich ja von den modernen Sitzklos verwoehnt. Frische Handtuecher, genuegend Toilettenpapier und handliche Zeitungen und ein Waschbecken um nach "Geschaeftsabschluss" die Haende zu reinigen. Alles war immer vorhanden. Als ich ins Dorf kam war es nicht einfach fuer mich. 3 Tage, dann musste es sein. Ja wo den nur??

Ein wenig umstaendlich fragte ich den "Vater" ob er nicht einen geeigneten Ort fuer mein Problem wuesste. Mit einem breiten grinsen zeigte er auf den kleinen Holzverschlag. Ne, das kann ich nicht. Ich brauche schon was zum sitzen und vor allem Ruhe. Ja da waere schon so ein Oertchen. So fuhren wir in seinem Auto ins Healthy-Center. Viele Menschen waren dort. Er kannte sie alle. Sie fragten was ihm fehle. Nein nicht er brauche Hilfe.

Michael hat ein Problem. Wieso? Hat der Farang zuviel Som Tam gegessen? "Puaad Khii", sagte "Vater" und mein Gesicht war rot wie das Rot an einer einer Verkehrsampel. Viele Finger zeigten mir den Weg zum Hong Naam. Ich war einer der schnellsten am Vormittag der sein "Geschaeft" abschloss. Raus in den Warteraum, wo die grinsenden Thais auf meine Rueckkehr warteten. Sabei dii mei? Ja, ja sabei dii. Zurueckfahrend, redete "Vater" auf mich ein. Das Thema war fuer mich das absolut das Peinlichste. So, sagte ich nur dass ich nichts verstehe. Was auch stimmte.

Ich glaube er erzaehlte es im ganzen Dorf. Jeder der mich sah fragte mich: Puad Khii mei? Wobei das belustigte Lachen nicht fehlte. So machte ich fuer mich einen Plan. Frueh morgens, wenn sie auf den Markt fahren, bleib ich zu Hause um den Gang zur Toilette unbeobachtet gehen zu koennen. Dann kam der Tag. Alle waren zum Markt gefahren. Ich wartete ein wenig denn ich wollte sicher gehen dass keiner zurueckkommt.

Der Weg dahin war schon merkwuerdig. Runter vom Haus, rechts um die Ecke und in einem Shelter die Tuer zum Verschlag oeffnen. Ein vorsichtiger Blick hinein, da meine Angst vor Kriechtieren enorm war. Oh was sah ich da. Die Muschel tief im Boden eingelassen, Cremefarben und schon sehr mitgenommen. Ein kleiner Onk halb mit Wasser gefuellt und einige Muecken oder Moskitos badeten sich darinn. Eine kleine rund Plastikschuessel war auf dem Onk Rand. Und der Duft war auch nicht gerade von Chanel 5.

Ich rein. Die Tuer die die einem Holzgatter glich, zugemacht und den Draht um die dafuer vorgesehene Oese gewickelt. So wie stelle ich es nun jetzt an? Kein Kleiderhaken weit und breit. Hose runter und auf den Onk gelegt. Ich brauchte eine weile um die richtige Hockstellung zu finden. Dies war nicht leicht weil ich sehr ungelenkig bin. Ich hatte Angst, das mir mehr auf meine Waden gelangt als in das nicht gerade einladender vorgesehene Oeffnung.

Irgendwie schaffte ich es, das ich mich sauber halten konnte. Schon kam das naechste Problem. Wie bringe ich das Wasser aus dem Onk an mein Hinterteil? Muss ich meinen Hintern in die Schuessel tauchen, wie soll das nur funktionieren? Ich schaffte es, ich hab die Technik >learning by doing< erlernt. Das Haendewaschen danach war die leichteste Uebung. Spaeter wenn ich selbstsicher den Gang zur Toilette machte, hoerte ich immer: Michael Puad Khii. Und alle lachten. Es war mir immer und ist es heute noch peinlich.






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